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Fakultät Maschinenbau

DFG-Projektakademie "Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten"

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Wir sind dabei!

Im Rahmen der DFG Projektakademie zum Thema „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“ werden Professorinnen und Professoren in einem frühen Stadium ihrer Karrieren darauf vorbereitet, zielgerichtete Forschungsanträge zu erstellen und somit in die Durchführung von Forschungsvorhaben einzusteigen. Die Teilnehmenden erhalt z. B. Einblicke in die Antragsformalitäten, wichtige Aspekte während der Antragstellung, passende Fördermöglichkeiten sowie Durchführung von Forschungsprojekten. Alle Teilnehmenden bringen jeweils eigene Forschungsideen mit, die im Verlauf der Projektakademie gemeinsam diskutiert und kooperativ weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse werden in einem gemeinsamen Sammelband im April 2020 veröffentlicht.

Ziel dieser Projektakademie ist es, Professor/innen die Möglichkeit zu geben, bereits in einem frühen Stadium ihrer Karriere mit der Durchführung von Forschungsprojekten zu beginnen. Teilnahmeberechtigt sind Professor/innen an Fachhochschulen, die innerhalb der letzten sechs Jahre erstmals auf eine Professur berufen wurden. Um eine professionelle und wissenchaftliche Abdeckung der Wertschöpfungskette zu ermöglichen, sind alle Teilnehmenden Experten in ihren jeweiligen Bereichen, z. B. Einkauf, Logistik, Produktion, Supply Chain Management (SCM), Nachhaltigkeit oder Geschäftsethik. Univ.-Prof. Dr. habil. Michael Henke, Lehrstuhlinhaber und Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, koordiniert und leitet die Projektakademie in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr.-Ing. Holger Kohl, Leiter des Fachgebiets „Nachhaltige Unternehmensentwicklung“ der TU Berlin.

Das übergeordnete Thema „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“ wird im Rahmen der Projektakademie in den drei folgenden Unterarbeitsthemen detaillierter untersucht.

Welche ethischen Aspekte des Nachhaltigkeitskonzeptes müssen als Rahmenbedingungen beachtet werden?

Unter dieser Fragestellung wird untersucht, was ethisch korrektes Verhalten im Zusammenhang mit globalen Wertschöpfungsketten bedeutet und ob es sich dabei hauptsächlich um Zertifizierungs- und Normierungsstandards internationaler Institutionen handelt oder man grundlegender mit (wirtschafts-)ethischen Prinzipien ansetzen muss. Es gilt zu klären, bis zu welchem Grad globale Standards in geographisch gestreuten Wertschöpfungsketten durchsetzbar sind und von wem solche Standards definiert, gefordert und überprüft werden sollen. Weiterhin wird beleuchtet, wie multinationale Unternehmen wirtschaftlich und verantwortungsbewusst staatliche Regierungslücken, sogenannte „Governance Gaps“, in gescheiterten Staaten („Failed States“) oder Krisenregionen füllen können.

Welche Parameter und Aktivitäten sollen verbessert werden und wie kann ein Fortschritt messbar gemacht werden?

ieses Themenfeld fokussiert die kritischen Parameter für eine Vergleichbarkeit zwischen Industrien, Ländern und Unternehmen und sucht nach neuen Lösungsansätzen zur Dokumentation dieser Parameter. Es soll geklärt werden, in welchem Ausmaß Kennzahlen des „Sustainable Supply Chain Managements“ in Deutschland bisher Anwendung finden und wo sich diese im Vergleich mit anderen Staaten bezüglich des Implementierungsstandes einordnen lassen. Darüber hinaus wird untersucht, in welchem Umfang diese Kennzahlen erhoben werden (nur vom direkten Vorlieferanten, bis hin zur Urproduktion, bis hin zum Endverbraucher oder sogar zur Entsorgung bzw. Wiederverwertung? -> „Cradle to Cradle“, „Circular Economy“ oder „Closed-Loop Supply Chains“) und wie der Zusammenhang zwischen der Nachhaltigkeit von Produktions- und Lieferketten und dem Verhalten bzw. der Reaktion komplexer sozialer, ökonomischer Systeme aussieht.

Mit welchen Maßnahmen können nachhaltige Wertschöpfungsketten erreicht und in der Praxis effektiver verankert werden?

Dieser Themenbereich befasst sich mit Best Practice-Lösungen, die es ermöglichen sollen, innerhalb von Unternehmen und Wertschöpfungsketten dynamische Fähigkeiten („Dynamic Capabilities“) zu entwickeln, die eine autonome und kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung ermöglichen. Weiterhin soll untersucht werden, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung erfolgreich in die Praxis eingebunden werden können und welche strukturellen Eigenschaften der Wertschöpfungsketten und Akteure für die Verbreitung förderlich sind. Es gilt herauszufinden, wie sich globale Wertschöpfungsketten insgesamt nachhaltiger gestalten lassen, welche Governance-Mechanismen fokalen Unternehmen bezüglich der Steuerung von Sublieferanten zur Verfügung stehen und wie ein effizientes, effektives und resilientes Wertschöpfungsnetzwerk entwickelt werden kann. Ein weiterer Fokus liegt auf der Einordnung der Rolle der Digitalisierung, vor allem auf Big Data Analysen und künstlicher Intelligenz, bei der Definition von Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit.